Smart Home Experte im Interview

veröffentlicht am 22. Juli 2018 in Allgemein von
casaio smart buildings

Smart Home Experte CASAIO smart buildings GmbH im Interview

Stellt euch bitte erst einmal vor: „Wer seid Ihr?“

CASAIO versteht sich als Smart Home Kompetenzzentrum. Wir beraten, planen, programmieren und betreuen Smart Building Projekte aller Art. Wir sind ein interdisziplinäres Team aus Entwicklern, Psychologen, Usability-Experten und weiteren Spezialisten, so dass wir Smart Home Projekte auf sehr hohem Niveau umsetzen können. Im Prinzip gibt es keine Anforderung, die nicht in irgendeiner Form umgesetzt werden kann. Selbst eine Original Wurlitzer Jukebox aus den 50er Jahren haben wir schon in die Haussteuerung mit eingebunden.

 

Was bedeutet Smart Home für Sie?

Smart Home bedeutet für uns, dass Neubauprojekte nicht nur dämmtechnisch auf der Höhe der Zeit sind, sondern auch mit zeitgemäßer Technik ausgestattet werden. Die vernetzte Technik ist allerdings nur die Voraussetzung dafür, dass überhaupt ein Smart Home entstehen kann. Smart wird das Gebäude dann durch die Vernetzung der verschiedenen thematischen Bereiche, wie Beleuchtung, Beschattung und Klimatisierung. Erst die konsequente Nutzung von Synergieeffekten bei der Sensorik, wie die Bündelung von Einzelfunktionen in Szenarien lässt Mehrwerte entstehen.

Dann ist wichtig, dass sich das Haus an die Bedürfnisse der Bewohner anpasst und dementsprechende Schnittstellen liefert. Also, dass ich meine Wohlfühltemperatur bequem per Smartphone eingeben kann oder dass eine stimmungsabhängige Beleuchtung aufgerufen werden kann.

 

Worauf kommt es, Ihrer Meinung nach, beim Smart Home an?

Vor allem auf die (zukünftige) Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Bewohner. Die Smart Home Technik hat den Vorteil, dass sie modular aufgebaut ist.

Aus Sicht der Bewohner ist vor allem eine benutzerfreundliche und individuelle Steuerung wichtig, auch wenn diese wenig technikaffin sind. Die zusätzliche Technik hat ja schließlich die Aufgabe, dass der Alltag erleichtert wird. Idealerweise werden somit alle technischen Bereiche im Haus über eine einzige App gesteuert.

 

Wo liegen die größten Schwierigkeiten, Ihrer Meinung nach, im Moment, für die Verbraucher?

Bei der Planung ist es zunächst sehr schwierig, einen guten Marktüberblick zu kommen. Die Systeme und einzelnen Geräte unterscheiden sich häufig in Kleinigkeiten. Die Unterschiede und Konsequenzen diesbezüglich kann man auch als ambitionierter Laie kaum noch verstehen.

Man muss also ganz genau wissen, wozu welche Technik in der Lage ist, welche Funktionen möglich sind und wo sich die Grenzen befinden.

Die Hersteller, also die Anbieter der verschiedenen Smart Home-Systeme haben natürlich wenig Interesse an einer möglichst hohen Kompatibilität der Systeme untereinander. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und möchte seine Produkte an den Mann bringen.

Auch die Einrichtung und Installation, z.B. bei einem KNX-Bussystem birgt Hürden. Hier benötigt man eine 1000,– Euro teure Software. Auch wenn man nur ein kleines Häuschen programmieren will.

 

Was ist das beste Smart Home System? Mit dieser oder ähnlichen Frage wird man oft konfrontiert, gibt es denn „Das beste Smart Home System“?

Ja, wir haben hier eine ganz klare Haltung. In privaten Wohnbauprojekten, also von der 3-Zimmer Wohnung bis zur Luxusvilla setzen wir fast immer das KNX Bussystem als Rückgrat ein. Dieses Bussystem ist also die Basis, an welche auch andere Systeme (Lichtbus, IP-Netzwerk, App-Steuerung) angedockt werden können.

Der KNX Bus ist schon einige Jahr alt und relativ langsam, aber gewisse Vorteile sind absolut entscheidend. Die Vorteile sind, dass es sich bei KNX um einen Standard handelt. Hierbei sind die Produkte von über 450 Hersteller untereinander kompatibel. Man bindet sich also nicht an einen proprietären, einzelnen Anbieter, der vielleicht aufgekauft wird, der seine Marktstrategie ändert und warum auch immer, vielleicht morgen keine Smart Home Produkte mehr anbietet. Wir haben bei Wohngebäuden ja einen Lebenszyklus von 20-50 Jahren – d.h. wir benötigen Technik, die auch in einigen Jahren noch wartbar ist, und bei der ich Updates oder kompatible Austausch-Teile bekomme.

 

Das heiß diskutierte Thema im Smart Home Bereich ist die Sicherheit vor Hackern. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ja, das ist ein in den Medien heiß diskutiertes Thema, welches leider selten sachlich diskutiert wird.

Die Fakten sind eigentlich Folgende: Fast immer ist die Hausautomation mit dem Heimnetzwerk gekoppelt. Viele Besitzer solcher Systeme wollen mit einer App das Haus steuern und auch aus der Ferne nach dem Rechten schauen können. Dementsprechend ist das WLAN also der Schwachpunkt, über welchen sich Hacker dann Zugriff zum Gebäude verschaffen können. Wenn wir von Sicherheit im Smart Home Bereich sprechen, geht es also hauptsächlich um die Angreifbarkeit des Wlan-Netzes. Die Verschlüsselungsmethoden werden aber immer sicherer und mit geeigneten Firewalls und sicheren Passwörtern besteht aus unserer Sicht kein großer Grund zur Sorge.

 

Wo steht Smart Home für Sie in 10 Jahren?

Ich denke, an der grundlegenden Technik wird sich nicht allzu viel ändern. Wir werden immer noch Lichtschalter in den Häusern haben, damit auch Gäste sich problemlos zurechtfinden. Auch glaube ich nicht, dass die Häuser 100%ig automatisiert alle Intentionen der Bewohner vorausahnen können.

Ich denke, das Thema „Interaktionsmöglichkeiten“ wird sich trotzdem weiter verändern. Sprachsteuerung wird sich sicherlich weiter durchsetzen, vor allem, weil die Leistungsfähigkeit der Sprachcomputer, also der künstlichen Intelligenzen, weiter zunehmen wird. Je natürlicher man sich mit Alexa unterhalten kann, desto stärker wird sich das positiv auf die Akzeptanz, auswirken.

 

Welche Dienstleistungen bietet die CASAIO GmbH an?

Wir bilden aus Sicht der Bauherren die gesamte Wertschöpfungskette ab, die für das Thema Smart Home notwendig ist.

  • Beratung und Konzeptentwicklung
  • Elektrofachplanung
  • Verkauf von Hardware
  • Programmierung
  • Service und Nachsorge

Wie so ein Projekt abläuft, kann man am besten auf unserer Homepage nachlesen.

Zusätzlich betreiben wir einen Smart-Home Shop und beraten Kunden bei der Auswahl optimaler Produkte für Ihr Projekt.

 

Welche Smart Home Lösungen bauen Sie für ihre Kunden ein?

Wir planen überwiegend Neubauten oder Projekte, in denen die Elektroinstallation komplett erneuert wird. Hier ist es dann möglich ein drahtgebundenes Bussystem einzusetzen, welches wir gegenüber Funksystemen auch präferieren. Wir setzen fast immer das KNX-Bussystem ein.

Es gibt natürlich auch Sonderfälle und Ausnahmen, etwa wenn ein Bestand mit schon vorhandenem Funksystem um einen weiteren Anbau erweitert wird. In diesem Fall bleiben wir natürlich beim bisherigen Funksystem und erweitern dieses.

 

Welche Anwendungen und Funktionen sind mit dem KNX System möglich?

Der KNX-Bus ist erst einmal die Grundlage für die Vernetzung der wesentlichen Gewerke im Haus. Zum Beispiel Beleuchtung, Heizung und Jalousien. Das ist vergleichbar mit Windows als Betriebssystem für einen Computer. In größeren Häusern ist das aber nicht das einzige System. Hier haben wir über Gateways den Zugriff auf weitere Systeme wie DALI oder DMX, 1-wire, RS232 oder Enocean, um nur ein paar zu nennen. Über einen Smart Home-Server wie den Gira Homeserver können dann auch alle IP-fähigen Geräte wie Netzwerkkameras etc. mit eingebunden werden. Auch die Multiroom-Systeme kommunizieren nahtlos mit dem KNX. Das ermöglicht, dass über den KNX-Tastsensor im Bad auch die Musikzonen eingeschaltet und ein bestimmter Radiosender aktiviert werden kann.

 

Was macht Sie besonders und was ist Ihre Vision?

Wir verstehen uns als Full-Service Dienstleister im Smart Home Bereich, d.h. wir sind nicht nur reine Programmierer. Wichtig in solchen Projekten ist, dass eine Dienstleistung aus einer Hand angeboten werden kann. Von der ersten Beratung bis zur langfristigen Betreuung haben wir das richtige Portfolio. Wir sind allerdings kein Installationsbetrieb, so dass wir immer mit einem lokalen Elektroinstallationsbetrieb zusammenarbeiten.

 

Sie haben bis heute schon viele Projekte umgesetzt, welches Projekt war für Sie am aufwendigsten?

Vieler unserer Projekte haben sehr spezielle Anforderungen an die Programmierung. Mal ist es eine komplexe Multimedia- und Heimkinosteuerung, mal die Visualisierung der Photovoltaikanlage mit Optimierung des Eigenverbrauchs durch Warmwasser- und Batteriespeicher. Es kann also durchaus sein, dass wir in einem Projekt mehr als 500 Programmierstunden benötigen, bis alle Funktionen umgesetzt sind.

Ein besonderes Projekt für uns war, als im Rahmen der Sanierung und Modernisierung der Stephanuskirche in München, die Beleuchtung und Medientechnik von uns neu konzipiert wurde. Über Touchpanels und Apps lassen sich dort nun, je nach Anlass, blitzschnell die verschiedensten Lichtszenarien einstellen. Einer der ersten „Smart Home-Kirchen“!

 Beispiele von bereits realisierten Smart Home Projekten von CASAIO GmbH 

Smart Home Kirche in München

Smart Home Kirche - Ein Projekt von CASAIO smart building

KNX Smart Home Villa in Frankfurt

KNX-Villa Frankfurt - Ein Projekt von CASAIO smart building

Steuerung Smart Home Frankfurt - Ein Projekt von CASAIO smart building

 

Smart Home – Villa in München

 

Smart Home Villa München - Ein Projekt von CASAIO smart building

Villa München Smart Home Projekt von CASAIO smart building

 

 

Was kostet ein Smart Home bei CASAIO?

Ein KNX-Bussystem kostet für ein kleineres Einfamilienhaus zwischen 10.000,– und 15.000,– Aufpreis. Dann planen und programmieren wir das System und liefern fertig programmierte Geräte auf die Baustelle.

 

CASAIO GmbH hat ja ihren Sitz in Güntersleben, im welchen Umkreis bieten sie ihre Dienstleistungen für die Kunden an, oder interagieren sie deutschlandweit?

Die meisten unserer Kunden sind im Süden von Deutschland, also im Rhein-Main Gebiet, im Großraum Stuttgart oder im Münchner Raum. Aber wir haben auch Kunden im EU-Ausland, z.B. in Wien. Unsere Dienstleistung erfolgt dank VPN-Zugang zu den Projekten zu 80% aus der Ferne, so dass die Entfernung eigentlich nie ein Problem darstellt.

 

 

Vielen Dank für das Interview!


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